Von innen nach außen

Ihr wisst ja, wenn wir lange nichts schreiben, gibt es einfach so viele Dinge, die uns vom Rechner fernhalten. Entweder die Oliven und Obstbäume wollen ihre Aufmerksamkeit oder es gibt einen Stapel Messer, die gemacht werden wollen. Und nicht ganz nebenbei ist da ja noch unsere Baustelle. Das vorab erst einmal als Entschuldigung, für die lange Pause.

Der Olivenhain bekommt einen Extraeintrag in den nächsten Wochen und was die Messer anbetrifft, gibt es auch einiges Neues. Die neuen Messer findet ihr aber, wenn ihr unsere Messerseite besucht oder uns seid neuem auf Instagram einen Besuch abstattet.

Mir kribbelt es aber schon seit Tagen, um nicht zu sagen Wochen, in den Fingern und die Fotos dazu sammeln sich auf der Kamera. Daher wollen wir euch die letzten drei oder vier Monate unserer Machenschaften beim Hausbau nicht mehr länger vorenthalten.

Schließlich haben wir nun endlich das alte Dach „weggesprengt“ und sind mit unserem Neubau aus der Scheune heraus gewachsen. Es hat einiges an Muskel- und Hirnmasse gekostet, die Ziegel und Balken nach oben zu bekommen. Ich bin wirklich stolz darauf, dass wir auch hierbei unserer Linie treu bleiben konnten. Wir haben von den alten Scheunenwänden so viel stehen lassen, wie wir uns trauen. Der Zustand war leider  wirklich „nicht tragbar“. Die Innenwände und geänderten Außenwände haben wir mit aus Ton gebrannten Hochlochziegeln aufgebaut.  Da das Dach ab jetzt von den Innenwänden getragen wird, sind diese dementsprechend etwas stärker gewählt. Zum Glück kosten die Ziegel hier in Spanien einen Bruchteil von dem, was man in Deutschland zahlt.

Die Balken sind allesamt aus Kastanienholz. Das ist das Holz, was hier auch wächst. Lediglich zwei der 9 Hauptbalken mussten wir neu kaufen. Die anderen sind aus den umliegenden Dörfern „recycelt“. Zwei der Balken waren scheinbar schon in 2 Häusern vorher verbaut und sind schwer und hart wie Stein. Sie haben sicher schon ihre 300 bis 400 Jahre auf dem Buckel. Die anderen 5 sind aus einer alten Apotheke und einem weiteren Haus in unserem Dorf bei der Sanierung ausgebaut worden. Auch diese haben sicher eine Geschichte von ein paar Hundert Jahren, sind aber top in Ordnung.

Nachdem wir die obere Schicht abgehobelt haben, sehen sie nun wieder schöner aus als neu. Die Querbalken für die Fußböden und das Dach haben wir auf zwei Seiten abgesägt bekommen. Im Gegensatz zu rechteckigen Balken behalten diese eine Teil ihrer natürlichen Form und sind deutlich günstiger in der Anschaffung. Allerdings ist noch einiges an Arbeit nötig, um diese von der Rinde und unschönen Stellen zu befreien.

Bei den Fenstern hatten wir wieder großes Glück und haben die gleichen Holzfenster mit Thermoglas bekommen, die wir auch schon bei der ersten Fenstersuche gefunden haben. Sie sind aus zweiter Hand und stammen sicher alle aus demselben Haus. Ich habe noch nicht herausgefunden, aus welchem Holz die Rahmen sind. Es ist extrem hart und sehr dunkel. Eventuell Tropenholz? Sie haben scheinbar die letzten drei Jahre im Lager des Händlers gestanden, der uns auch damals die Fenster verkauft hat. Da er sie nun loswerden wollte, hat er sie uns fast geschenkt. Ein bisschen putzen, ein paar Nägel raus, ein paar Stunden puzzeln, welcher Rahmen zu welchem Flügel gehört und etwas Farbe und Silikon. Fast wie neu.

Im Moment sind wir dabei, das Dach zu schließen. Von innen kommen Paneele, als Isolierung recycelte Baumwolle und von oben Kastanienbretter. Dann Dampfbremse, Dachlatten und Dachziegel. Wird wohl noch etwas dauern.

Bis dahin erst einmal die jetzigen Fotos.

Bis bald Ama, Alana, Silvan und Jan

 

 

 

 

 

 

 

 

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Aus dem Wasserspeicher geangelt

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Gerade gelandet

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Frisch gemäht

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langsam dreht sich die Welt wieder

Jede Woche kommt scheinbar wieder ein bisschen mehr Bewegung ins Spiel und der Shutdown löst sich stückchenweise auf. In einer Region mehr, in einer anderen weniger schnell. Hier in der Sierra können wir zumindest wieder legal mit Freunden im Wald spazieren gehen und brauchen uns nicht bei jeder Fahrt in den nächsten Supermarkt an den Polizeisperren zu rechtfertigen, wo wir kommen und wohin wir wollen.

Die Masken sind leider schon fast Gewohnheit geworden. Ob jemand lächelt, werden wir wohl noch für eine Weile an den Augen ablesen müssen. Ich frage mich, wie taube Leute mit dieser Situation klarkommen, die doch sonst von den Lippen ablesen.

Ich denke jedenfalls immer noch drei Mal nach, ob es wirklich sein muss, bevor ich in den nächst größeren Ort zum Einkaufen fahre. Es fällt ja auch nicht schwer, sich bei schönem Wetter hier auf dem Grundstück zu beschäftigen, genug zu tun gibt es schließlich immer.  Homeschooling, der Garten, das Mähen unter den Bäumen und das Grundstück auf den Sommer vorbereiten. Es gibt auch viele neue Messer. Die könnt ich übrigens gerne auf unserer IXTLAN-Seite ansehen.

Am Haus gebaut haben wir weniger. Nicht zuletzt, da das Bestellen von Baumaterial nicht so einfach war. Wir sind jedoch immer am Vorbereiten der Balken für den Dachstuhl der Scheune und in den nächsten Tagen wir es auch dabei wieder losgehen. Wir halten euch dann auf dem Laufenden.

Diesem Eintrag werden wir dieses Mal keine eigenen Fotos hinzufügen. Stattdessen wollen wir euch lieber einen Link zu einer Fotoseite schicken, die gerade online gegangen ist. Sie ist aus einem kleinen Projekt während des Shutdowns entstanden und zeigt eine Sammlung der schönsten Fotos von der Sierra de Gata. Wir haben uns daran auch beteiligt und einige unserer Fotos sind sogar dabei.

Schaut mal rein, es lohnt sich!

https://sierradegataphotog.wixsite.com/misitio

Viel Spass und alles Gute

Ama, Silvan, Alana & Jan

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aus dem Hausarrest

Irgendwie alles ziemlich verrückt. Normalerweise hatte ich vor, euch zu schreiben, was wir in den letzten Wochen auf dem Land getrieben haben und wie der Bau vorwärts geht. Das wir die Olivenbäume nach Mondstand beschnitten und mit Wurmkompost gedüngt haben. Das wir ein weiteres Stück der Scheune umgebaut und einen Stapel alter Balken wieder aufgearbeitet haben und einiges mehr.

Hätte ich mir vor 10 Tagen die Zeit zum schreiben genommen, dann wäre dieser Eintrag auch sicher so gewesen. Im Moment steht mir der Sinn allerdings nur eher beiläufig danach. Kein Wunder, bei dem Thema, was wohl im Moment die ganze Aufmerksamkeit der Menschheit auf sich zieht. Am Anfang war Corona ja nur ein Thema über ein Virus in China neben den anderen Online-Schlagzeilen wie der Heuschreckenplage in Afrika oder den katastrophalen Zuständen an der griechisch-türkischen Grenze. Doch mittlerweile hat es wohl zumindest in der westlichen Welt alles andere verdrängt. Am Anfang habe ich noch über die Maskenträger geschmunzelt. Mittlerweile habe ich auch eine auf, wenn ich in den Supermarkt muss. Schon allein deshalb, um nicht der Einzige zu sein, der keine Maske trägt.

Wir sind nun seit mehr als einer Woche in Quasi-Hausarrest. Quasi, denn Einzelpersonen dürfen zum Einkauf von Lebensmitteln und Medikamenten das Haus verlassen (mehr als eine Person im Auto ist bei Strafe verboten). Der Hausarrest selber ist wohl für uns um Welten weniger problematisch, als für die Millionen von Menschen in den Städten, die Ihre Mietwohnung nicht verlassen dürfen. Schließlich ist es Frühling und wir wohnen auf einem 2 ha Grundstück im Wald. Dank der Technik lassen sich auch die Einschränkungen der sozialen Kontakte überwinden und so geht unser Leben neben ein paar kleine Schwierigkeiten beim Organisieren von Ersatzteilen und Baumaterial eigentlich fast genauso weiter wie bisher.

Im Moment sind wir sogar zu fünft in unserer Enklave. Denn Felix, unser workaway-Helfer, ist aufgrund der Umstände auch erst einmal länger bei uns gestrandet als geplant. Eigentlich wollte er schon längst weiter ziehen doch so haben wir noch ein paar Tage bzw. Wochen mehr Hilfe bei der Arbeit und einen weiteren Mitspieler bei den Brett- und Kartenspielen am Abend.

Wohin uns diese Virus-Geschichte führt, weiß wohl bisher noch niemand.

Wir hoffen jedenfalls, dass es euch allen gut geht, ihr gesund bleibt und die Welt nicht völlig im Chaos versinkt.

Viele Grüße von uns

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…ab in die Presse

und so wandert die erste Ladung, nach zwei harten und langen Tagen in den Bäumen, in der Mühle.

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Erster Tag der Erntesaison

Heute haben wir mit der Ernte begonnen.

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Wer Wildschweine hat…

… ,braucht für den Tracktor nicht zu sorgen.

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Kleiner Macher

Letzte Woche war Silvans Geburtstag. Da er sowieso gerne Zeit bei mir in der Werkstatt verbringt, bekommt er jetzt seine eigene Bastelecke. Die Werkbank stammt von meinem Tischlerfreund Miguel. Er hat sie vor mehr als 15 Jahren für seinen Sohn gebaut. Ich musste sie nur etwas aufmöbeln.

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