Waldwechsel – der Anfang

Wir haben heute zusammen mit Vetonia, einem regionalen Umweltverein und einigen Leuten aus dem Dorf einen ersten Abschnitt der abgebrannten Waldfläche umgearbeitet. Leider im Moment nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber dennoch ein schöner Anfang.

Kurz aufgelistet, haben wir so den Großteil der verbrannten Stämme umgesägt, kleine Gräben und Terassen gezogen und mit Stroh, Ästen und den Stämmen verstärkt, damit sich bei Regen die Asche und die Nährstoffe darin sammeln können Außerdem Weizen und Leguminosensamen verteilt, damit es schnell wieder eine grüne Decke gibt und Vogelhäuser und Insektenhotels aufgehängt.

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die guten Seiten

Nachdem der Feuerbericht vom letzten Eintrag wohl eher niederschmetternd gewesen ist, möchten wir jetzt einen weit optimistischer Beitrag nachlegen.

Es gibt gleich mehrere gute Nachrichten.

Das erste, und wohl auch wichtigste Ereignis ist…

…ES REGNET.

Nach fast drei einhalb Monaten ohne einen Tropfen hat es gestern endlich angefangen, richtig zu regnen. In den letzten 24 Stunden haben sich 2 qm Regenwasser in unseren Regenspeichern gesammelt, obwohl erst das halbe Dach angeschlossen ist.

Die ersten Pflanzen sprießen und die ersten neuen Blätter treiben auch schon aus.

Prägende Ereignisse bringen oft Menschen zusammen. In unserem Fall trifft es zumindest zu. Durch das Feuer haben wir festgestellt, dass wir mehr tolle Nachbarn um uns herum haben, als wir geahnt haben. Gerade weil bei uns Nachbarschaft bedeutet, dass sie zum Teil ein paar Kilometer entfernt auf der anderen Seite der Berge wohnen.

Wir freuen uns riesig darüber, dass sich daraus nun eine Gruppe entwickelt hat, die sich gegenseitig unter die Arme greift. Einmal die Woche treffen wir uns nun auf einem unserer Grundstücke, um gemeinsam die Feuerschäden zu beseitigen.

So konnten wir in unserem Fall innerhalb von drei Stunden bereits einen Großteil unserer verbrannten Bäume aus dem Olivar holen.

Eine wirklich großartige Sache der letzten Tage haben wir euch zuverdanken. Wir haben wirklich viele tolle Nachrichten, Emails und Angebote zur Unterstützung von euch bekommen. Wir wurden auch einige Male gefragt, ob wir Hilfe benötigen und auch, ob wir nicht ein Crowdfounding-Projekt starten möchten. Vielen Dank dafür!!

Wir hatten uns bisher noch nie damit beschäftigt und ehrlich gesagt fühlt es sich auch etwas merkwürdig an, so etwas zu starten. Wir haben aber auch festgestellt, dass wir für das, was wir vorhaben, nehmlich den Wandel des Waldes um uns herum von verwuchertem ungepflegten Nadelwald in einen Mischwald, nicht alleine schaffen werden. Doch genau dieser Wandel ist es, der uns in Zukunft vor Feuern wie diesem schützt. Auch müssen wir zugeben, dass es für uns ein härterer Brocken ist, alles neu zu beschaffen, was wir für die Olivenernte und Pflege benötigen.

Daher möchten wir gerne eure Hilfe auf diesem Weg annehmen. Wenn Ihr uns unterstützen möchtet, findet ihr hier den Link, um uns helfen:

www.leetchi.com/c/vogelinsel

Vorerst freuen wir uns wie immer über über Eure Nachrichten und Kommentare, die da kommen mögen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Viele Grüße aus der verregneten Sierra de Gata

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Nicht abgebrannt

Und wieder sind so viele Monate vergangen, ohne dass wir uns die Zeit zum Bloggen genommen haben. Wieder gibt unendlich viel Neues, was wir euch zeigen und erzählen wollen. Nach einem Jahr Funkstille schulden wir euch eigentlich, dass wir erst einmal bei all den Fortschritten anfangen, die wir beim Hausbau, auf dem Grundstück und bei unseren Handwerken gemacht haben. Der Innenausbau, die recycelte Holztür, das neue Zuhause für die Hühner, der neue Wasserspeicher, unseren zwei neuen Katzen und und und.

All dass muss allerdings noch etwas warten. Im Moment sind wir froh, dass wir diese Sachen noch genießen können bzw. wir überhaupt noch ein Haus, eine Werkstatt, ja unsere Basis hier haben.

Unser Tal und die umliegenden Berge wurden von einem Waldbrand heimgesucht und trotz der vielen Stunden und Tage Arbeit, die wir jedes Jahr investieren, sind wir leider nicht verschont geblieben. Ich sitze gerade entspannt vor unserem Haus und schreibe. Das kann ich nur, da wir sehr großes Glück hatten. Unglaublich viel Glück. Und großartige Feuerwehrleute.

Bevor ihr Euch mit den Fotos ein Bild machen könnt, versuche ich euch zu beschreiben, wie diese Stunden und Tage seither für uns aussahen. Es fing am 10. August am frühen Nachmittag an einer Bundesstraße einige Kilometer entfernt an. Wie schon einige Male zuvor, denn in den vergangenen Jahren haben wir schon einige Feuer dieser Art miterlebt. Immer Brandstiftung. Immer an derselben Straße. Dass es Brandstiftung war, ist daran zu erkennen, dass es an mehreren Stellen gleichzeitig anfing. Dieses Mal allerdings hat es der Wind in unsere Richtung getrieben. Nachdem wir erst einmal beobachtet, wie es sich entwickelt. Wir sind zum Glück sehr gut vernetzt mit unseren Nachbarn. Als abzusehen war, dass es immer näher kommt, haben wir alle wichtige Unterlagen, Kleidung und anderes zusammengepackt, die Autos in Startposition geparkt, Hunde und Katzen zusammen gesammelt, die Hühner freigelassen und so weit es geht um das Haus alles auf- und wegzuräumen. Speziell alles aus Kunststoff.

Gegen 18:00 Uhr war dann klar, dass es bis zu uns kommen könnte. Immer abhängig davon, wie der Wind steht. Das war der Punkt, an dem wir uns entschieden haben, dass Kinder, Familie und Tiere besser im Dorf aufgehoben sind. An dieser Stelle vielen Dank an meine Schwester Anja, meine Cousine Ellen und meine Nichte Klara. Diese waren den Tag zuvor bei uns angekommen, um hier Urlaub zu machen. Danke, dass ihr uns mit den Kids geholfen und so tapfer durchgehalten habt!

Die kommenden Stunden haben damit zugebracht, alles um unser Haus mit dem restlichen Wasser zu befeuchten, was uns nach mehr als 2 Monaten der Dürre noch blieb und zu beobachten, wie das Feuer weiter auf uns zukam. Zwischenzeitig sah es sogar so aus, als ob das Feuer an uns vorbeizieht, doch gegen halb neun haben wir letztendlich beschlossen, dass wir nicht mit ansehen wollen, wie alles in Rauch aufgeht. Die hiesige Polizei hat uns schon zuvor gebeten, zu unserer Sicherheit besser ins Dorf zu fahren.

Kurz darauf wurde allerdings auch klar, dass auch das Dorf evakuiert wird. Daher sind wir von dort ins Freibad im Nachbardorf gefahren, um dort die Nacht zu verbringen. Zu diesem Zeitpunkt sind wir fest davon ausgegangen, dass sicher nichts von dem übrig sein würde, was wir uns hier aufgebaut haben.

Wir danken allen Kräften, die dafür gesorgt haben, dass es nicht so ist. Denn gegen 4 Uhr morgens klopfte es an der Tür von Gustav (unserem VW-Bus). Unser Freund und Feuerwehrmann Pablo kam gerade müde und voller Asche und Staub von seinem Einsatz, um uns zu sagen, dass unser Haus noch stünde. Unsere Hühner hätten ihn freudig begrüßt, doch einiges um unser Haus sei abgebrannt.

Das Feuer hielt auch den darauffolgenden Tag stand und erst zwei Tage später durften wir unser Grundstück wieder betreten.

Und so sieht es nun bei uns aus. Wohl am traurigsten ist, dass ein Teil unserer Oliven- und Obstbäume verbrannt ist. Olivenbäume sind stark, doch es wird sicher einigen Jahre dauern, bis sie sich der größte Teil wieder erholt. Bei den anderen Bäumen müssen wir sehen, ob sie neu austreiben. Einige werden es sicher nicht schaffen. Daneben hat es unseren Anhänger, das Gewächshaus, das Baumhaus der Kinder sowie diverse Spiel- und Werkzeuge erwischt.

Heute, 2 Wochen später, haben wir den Großteil der verbrannten Reste aus Kunststoff, Glas, Kabeln etc. in Müllsäcken. Was aus der Stahlkonstruktion des Anhängers wird, ist noch nicht klar. Die nächsten Wochen werden wir wohl mit dem Zurückschneiden und Absägen der betroffenen Olivenbäume verbringen.

Was wir in den letzten Jahren bereits begonnen haben, werde wir nun verstärkt vortsetzen. Wir werden dass uns umgebende Land mit anderen Bäumarten aufforsten. Mit Bäumen, die uns nicht das Gefühl geben, auf einem Pulverfass zu sitzen Wir werden mit dem Pflanzen und Sähen von heimischen Bäumen und Sträuchern dazu beitragen, dass wieder ein gesunder Mischwald um uns herum wächst und wir in zehn Jahren nicht wieder eine Wand aus Nadelbäumen vor uns haben, die beim kleinsten Funken zur Hölle wird. Ihr seid gerne eingeladen, uns dabei zu unterstützen. Unser Grundstück ist momentan eine grüngelbe Insel inmitten von verbranntem Wald. Wir hoffen nun auf Regen, um den Staub weg und etwas Leben einzuspülen. Der letzte Regen hier war Ende Mai. Es wird Zeit.

Das ist unser Grundstück aus der Vogelperspektive (Gracias Vincente für den Dronenflug)

Wir sind jetzt offiziell eingetragenes Katastrophengebiet. Bei diesem Feuer sind mehr als 1000 ha Wald verbrannt und es war nur eines der bisher ca. 400 Feuer in diesem Jahr in Spanien. Allein in Spanien sind dieses Jahr bereits mehr als 250.000 ha abgebrannt. In Portugal sind es über 80.000, in Frankreich über 60.000ha.

Danke an alleFreunde die uns beim Vorbereiten geholfen und uns ihre Unterkünfte und Hilfeangeboten haben. Danke an alle 150 Feuerwehrleute, die Ihre Haut für uns riskiert haben und danke auch an Anja, Klara und Ellen, für Euer Verständnis und eure Unterstützung.

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Upgrade 2021

Ja, wir sind noch da. Auch wenn wir uns etwas rar gemacht haben. Und ich kann euch auch gleich zu Anfang versichern, dass wir immer noch fleißig sind und uns beim besten Willen nicht langweilig geworden ist.

Wie immer nach unseren längeren Pausen, werde ich versuchen, hier etwas aufzuholen. Wir haben heute ungefähr 35°C und ich habe sowieso keine Lust, bei den Temperaturen rauszugehen.

Also bringen wir Euch mal auf den neuesten Stand.

  1. In unserem letzten Eintrag ZUM BAU hatten wir ja schon angesprochen, dass es jetzt an den Innenausbau geht.

Leider ging alles weit langsamer vonstatten als ursprünglich gedacht. Allerdings haben wir nun ein Schlafzimmer und das Kinderzimmer ist so gut wie fertig. Da beides im neuen Obergeschoß liegt, gibt es jetzt anstelle der Aluleiter auch eine Treppe.

Die Treppe haben wir aus Kastanienholz gezimmert, welches wir im vergangenen Jahr bestellt und hier im Haus getrocknet hatten. Wir konnten unseren Tischlerfreund Miguel dazu überreden, uns bei dem Hauptteil zu helfen. So habe ich einen erstklassigen Kurs Berechnen von Stufen und im Fräsen bekommen. In die erste Stufe habe ich zum Verbinden zweier Bretter ein wenig des Grenadill-Holzes verwendet, welches ich gelegentlich für die Messer verwende. Das Geländer ist aus einer kleinen Eiche gemacht. Es ist noch nicht ganz fertig. Einige Streben aus Lorbeerholz sind noch nicht eingebaut.

In den Zimmern hatten wir ursprünglich einen Lehmputz vorgesehen. Um ein wenig Zeit zu sparen, hatten wir diesen ausnahmsweise nicht selbst zubereitet, sondern luxuriös eingekauft. mit dem Ergebnis, dass dieser beim besten Willen nicht halten wollte und wir ihn aufwendig mit Staubschutz (Brille, Maske etc.) wieder herunterholen mussten. Darüber könnte ich jetzt wohl einige Seiten vollschreiben.

Ich kürze es mal ab: Streiterei mit dem Hersteller – Baustoffprüflabor – Anwalt – Sachverständiger – evtl. Gerichtsprozess.

FINGER WEG VON NATURCLAY!!

Jetzt haben wir einen normalen Kalkputz auf den Wänden und hoffen, dass wir das Geld für den angeblichen Lehmputz (der laut Labor fast keinen Lehm enthält) zurückbekommen.

Die Wärmekammer im zweiten Zimmer ist eine Erweiterung unseres Lehmofens. Für den Schornstein mussten wir das neue Dach durchbrechen. Zum Glück haben wir dafür einen Helfer in unserem Umfeld gefunden, der sich damit auskennt, denn damit habe ich mich wirklich schwergetan.

2. Was unser KUNSTHANDWERK anbetrifft, so haben wir neben den bisherigen auch ein paar neue schöne Sachen.

Ama hat einen Weg gefunden, um ihre Illustrationen zu vermarkten. Neben den Promotionen für Events oder Lokalen gibt es Ihre Grafiken jetzt auf Tassen, Pins, Beuteln, Kühlschrankmagneten oder Flaschenöffnern.

Was meine Holzarbeiten anbetrifft, habe ich mein Sortiment um Taschenmesser und Schneidbretter erweitert.

Solltet Ihr mehr sehen wollen, müsst Ihr unbedingt auf unserer Webseite zu den Holz- und Lederarbeiten vorbeischauen: www.ixtlanwoodcraft.de oder euch auf Instagram mit uns verbinden.

Erhältlich sind unsere Sachen auf ETSY, auf Klingenhaus.de, im Rarehouse in Köln Frechen, seit letzter Woche im Kunsthandwerksshop von Pajarillos in Villamiel (ES), bei uns am Marktstand und natürlich, wenn ihr uns einfach eine Mail schreibt.

3. So – last but not least- auch noch das sicher von einigen von euch erwartete Upgrade zu den Oliven.

Ja, wir haben dieses Jahr einiges an Oliven an den Bäumen und ja, wir werden uns große Mühe geben, auch dieses Jahr „das beste Olivenöl der Welt 😉 “ zu produzieren. Dazu halten wir euch auch in den kommenden Wochen auf dem Laufenden.

Wir hoffen, ihr seid nicht gelangweilt, erschlagen oder was auch immer von unseren Neuigkeiten. Wie immer, freuen wir uns natürlich auf Eure Mails und Kommentare.

Bis dahin alles Gute und bleibt gesund!

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So klein

Da sind sie nun. Millionen von Blüten über den ganzen Hain. Der Himmel ist blau und die Temperaturen reißen schon die 25grad Marke. Es gibt schon die ersten Stimmen, die jammern, dass es nicht genug regnet, aber alle sind sich einig, dass es für die Oliven im Moment so am besten ist. Nachdem ich die letzten Wochen für eine größere Messerserie in der Werkstatt verbracht habe, wird es jetzt auch Zeit, endlich dass Gras zu mähen. Wird wohl 2 Wochen dauern , bis ich da durch bin.

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Kurz vor der Blüte

Noch ein paar Tage Sonne und die Oliven blühen. Wir drücken die Daumen, dass es ein gutes Jahr wird.

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Sieht man denn Hund nicht mehr im Gras…

…ist Zeit zu mähen (alte Bauernregel). Ich glaube, die Schafe vom Nachbarn alleine werden dass nicht alles schaffen, ohne Bauchschmerzen zu bekommen.

Kein Wunder bei dem Regen.

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Määähhh

Unser Nachbar hat uns seine Rasenmäher geborgt .quid pro quo. Kurzes Gras gegen volle Mägen.

Bis bald

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Nix mit Schnee

So viele haben bei den Nachrichten vom Schneechaos in Madrid an uns gedacht.

Es war zwar sehr kalt die letzten Tage aber Schnee hatten wir keinen. Dafür hat uns das kalte Wetter aber zwei super Helfer zugeweht, die auf ihrer Reise nicht mit solchem Wetter gerechnet haben.

Merci beaucoup Camille & Marius und danke auch an das Wetter

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Jedem Baum das Seine

Endlich mal raus aus der Werkstatt. Da ist so ein Baumschnittkurs bei Sonnenschein genau das Richtige. Es ist tatsächlich der dritte Kurs, an dem ich teilnehme, diverse Bücher dazu habe ich auch gelesen.

Ergebnis: dennoch wieder so viel Neues. Das Thema ist einfach unersättlich.

Ich hoffe, ich kann mir zumindest einen Teil davon merken.

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